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Parasiten

Giardien bei Hund und Katze: hartnäckig, aber behandelbar

Giardia trophozoites, teardrop-shaped flagellated protozoa with a face-like appearance (two nuclei, ventral disc) and several flagella

Kaum ein Darmparasit sorgt für so viel Frust wie Giardien: Der Durchfall bessert sich unter der Behandlung — und ist zwei Wochen später wieder da. Das liegt selten am Medikament, sondern fast immer an einem unsichtbaren Gegner: den extrem widerstandsfähigen Zysten, mit denen sich die Tiere immer wieder selbst anstecken.

Was sind Giardien?

Giardien sind einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm an die Schleimhaut heften. Ausgeschieden werden ansteckende Zysten, die in feuchter Umgebung wochenlang überleben — im Napf, auf der Wiese, an Decken, im Fell rund um den After. Besonders betroffen sind Welpen und Jungtiere sowie Mehrtierhaushalte; erwachsene Tiere können die Erreger tragen und ausscheiden, ohne selbst Symptome zu zeigen.

Typische Anzeichen

  • Wiederkehrender, oft schleimiger oder fettig-glänzender Durchfall
  • Wechsel zwischen normalem Kot und Durchfall
  • Bei Jungtieren: schlechtes Wachstum, struppiges Fell, Bauchweh
  • Häufig aber auch: gar keine Symptome — das Tier ist „nur“ Ausscheider

Diagnose: die Sammelkotprobe

Giardien werden nicht kontinuierlich ausgeschieden. Eine einzelne Kotprobe kann deshalb trügerisch negativ sein — Standard ist eine Sammelprobe über drei Tage, die wir im Labor oder per Schnelltest untersuchen. Bitte sammeln Sie von drei verschiedenen Kotabsätzen jeweils eine kleine Menge in einem Röhrchen (bekommen Sie bei uns).

Behandlung heißt: Medikament + Hygiene

Die medikamentöse Therapie (in der Regel Fenbendazol oder Metronidazol nach festem Schema) ist der einfache Teil. Über Erfolg oder Rückfall entscheidet die Hygiene:

  • Näpfe täglich mit kochendem Wasser reinigen, Trinkwasser täglich wechseln
  • Decken und Liegeplätze bei mindestens 60 °C waschen
  • Kot draußen sofort aufsammeln, Katzentoiletten täglich mit heißem Wasser säubern
  • Bei langhaarigen Tieren die Analregion ggf. scheren/waschen — dort kleben Zysten im Fell
  • Alle Tiere im Haushalt zeitgleich untersuchen und ggf. behandeln

Nach Abschluss der Behandlung kontrollieren wir den Erfolg mit einer erneuten Kotprobe.

Können sich Menschen anstecken?

Giardien sind grundsätzlich eine Zoonose, die Übertragung vom Haustier auf den Menschen ist bei normaler Händehygiene aber selten. Vorsichtig sein sollten Familien mit Kleinkindern und immungeschwächten Personen. Mit Geduld, System und konsequenter Hygiene bekommt man Giardien zuverlässig in den Griff — wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess.

Einen Termin vereinbaren?

Reine Terminpraxis — so bleibt es für Ihr Tier ruhig. Notfälle jederzeit, bitte kurz vorher anrufen.

040 / 63 94 06 91