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Reptilien

Das richtige Terrarienklima: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung

a chameleon on a branch

Wenn wir in der Praxis ein krankes Reptil untersuchen, beginnt die Diagnose fast immer mit denselben Fragen: Wie warm ist der Sonnenplatz? Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Wie alt ist die UV-Lampe? Der Grund: Die meisten Reptilienerkrankungen sind haltungs- oder fütterungsbedingt. Das ist eine gute Nachricht — denn Haltung lässt sich ändern. Diese drei Säulen entscheiden über die Gesundheit im Terrarium.

Säule 1: Temperatur — mit Gefälle statt Einheitswärme

Reptilien sind wechselwarm: Sie regulieren ihre Körpertemperatur über den Standort. Dafür brauchen sie ein Temperaturgefälle — einen heißen Sonnenplatz und eine deutlich kühlere Zone, zwischen denen sie frei wählen können. Ist das ganze Terrarium gleich warm (oder gleich kühl), können Verdauung und Immunsystem nicht richtig arbeiten. Genauso wichtig: die Nachtabsenkung. Die konkreten Werte sind artspezifisch — eine Bartagame braucht andere Temperaturen als ein Kronengecko.

Säule 2: Luftfeuchtigkeit — unterschätzt und folgenreich

Zu trockene Luft führt zu Häutungsproblemen und begünstigt Nierenerkrankungen; dauerhaft zu feuchte, stehende Luft fördert Atemwegsinfekte und Hautpilze. Auch hier gilt: Der Zielwert hängt von der Art ab, und viele Arten brauchen tageszeitliche Schwankungen — etwa das abendliche Sprühen im Geckoterrarium.

Säule 3: Beleuchtung — UV-B ist lebenswichtig

Viele Reptilien bilden Vitamin D3 über UV-B-Strahlung in der Haut. Ohne D3 kein Calciumstoffwechsel — es drohen Rachitis und Knochenerweichung, die wir leider regelmäßig behandeln müssen. Die Details haben wir in zwei eigenen Artikeln zusammengefasst: UV-Strahlung in Terrarien und Calciumstoffwechselstörungen.

Messen statt schätzen

  • Mindestens zwei Thermometer (Sonnenplatz und Kühlzone) plus ein Hygrometer — Handmessgeräte sind genauer als billige Zeiger an der Scheibe.
  • UV-Leuchtmittel altern unsichtbar: Sie leuchten noch, liefern aber je nach Typ schon nach 6 bis 12 Monaten kaum noch UV-B. Wechselintervall notieren!
  • Werte über einige Tage zu verschiedenen Uhrzeiten prüfen, nicht nur einmalig.

Sie planen ein neues Terrarium oder sind unsicher, ob Ihre Werte zur Art passen? Die Haltungsberatung gehört bei uns fest zur Behandlung — gern auch vorbeugend, bevor ein Problem entsteht. Bringen Sie einfach Fotos und Ihre Messwerte mit.

Einen Termin vereinbaren?

Reine Terminpraxis — so bleibt es für Ihr Tier ruhig. Notfälle jederzeit, bitte kurz vorher anrufen.

040 / 63 94 06 91